Für eine Sonderausstellung über historische Täuferfamilien aus dem Schleitheimertal werden Menschen gesucht, die sich an der familiengeschichtlichen Recherche und der Gestaltung beteiligen. Die Ausstellung ist Teil des Gedenkanlasses „500 Jahre Schleitheimer Bekenntnis“, der am 3. und 4. Juli 2027 in Schleitheim in der Schweiz stattfinden soll.

Unter dem Titel „Die Täuferfamilien aus dem Schleitheimertal“ soll die Ausstellung im Ortsmuseum Schleitheimertal an Menschen erinnern, die der örtlichen Täufergemeinde angehörten oder mit ihr verbunden waren. Der Verein für Heimatkunde Schleitheim stellt dafür Räume, Infrastruktur und fachliche Begleitung zur Verfügung.

Nach Angaben der Organisatoren bestand im Schleitheimertal über einen Zeitraum von etwa 150 Jahren eine Täufergemeinde. Ihre Mitglieder seien von der Schaffhauser Obrigkeit verfolgt, bestraft und vertrieben worden. Aufzeichnungen des Schaffhauser Rats dokumentierten zugleich, dass Teile der Dorfbevölkerung die Täufer unterstützt hätten. Im Jahr 1595 sei Schleitheim zeitweise militärisch besetzt worden, um gegen die Täuferbewegung im Ort vorzugehen.

Vertriebene Familien zogen unter anderem nach Mähren, in den Kraichgau und in die Pfalz. Spätere Wanderungsbewegungen führten Nachfahren bis nach Nordamerika. Für den Gedenkanlass 2027 haben sich nach Angaben der Organisatoren bereits Einzelpersonen und Gruppen aus Kanada und den Vereinigten Staaten angekündigt.

Mit der Ausstellung sollen auch bislang wenig bekannte Verbindungen zwischen heutigen Familien und der örtlichen Täufergeschichte sichtbar werden. Als Namen mit nachgewiesenen oder vermuteten Täuferbezügen nennt das Projekt unter anderem Bächtold, Hess, Keller, Mäder oder Mader, Meier, Meyer oder Moyer, Miller oder Müller, Peter, Peyer oder Paier, Pletscher, Russenberger oder Rosenberger, Stamm und verwandte Schreibweisen, Surbeck, Vogelsanger oder Fogelsanger, Wanner und Werner. Bei den Namen Greutmann, Schudel und Tenger werden mögliche Verbindungen noch erforscht.

Nach dem Konzept des Vereins sollen sich kleine Forschungsgruppen zu einzelnen Familiennamen bilden. Sie erhalten zunächst eine Einführung und können anschließend Quellen, Familienüberlieferungen und bereits vorhandene genealogische Arbeiten auswerten. Zu den Familien Hess und Bächtold liegen nach Angaben der Organisatoren bereits umfangreichere Forschungsergebnisse vor.

Jede Gruppe soll eine historische Person aus einer Täuferfamilie des Schleitheimertals recherchieren und für die Ausstellung darstellen. Dafür werden Figuren zur Verfügung gestellt, die mit Kleidung und weiteren Elementen gestaltet werden können. Auch Bilder, Texte oder Handarbeiten sind als Beiträge vorgesehen. Wissenschaftliche Vorkenntnisse seien für eine Beteiligung nicht erforderlich. Der Verein unterstützt die Mitarbeitenden bei der Recherche und bei der praktischen Umsetzung.

Das Schleitheimer Bekenntnis wurde 1527 bei einer Zusammenkunft von Täufern in Schleitheim beschlossen. Seine sieben Artikel behandeln unter anderem die Glaubenstaufe, das Abendmahl, das Gemeindeverständnis, die Ablehnung des Eides und den Verzicht auf Gewalt. Es gehört zu den grundlegenden Texten der täuferisch-mennonitischen Geschichte.

Interessierte können sich an Projektleiter Dominik Brasser wenden, E-Mail: schleitheim@gmx.ch. Weitere Informationen zum Gedenkanlass und zum Ausstellungsprojekt stehen auf der Internetseite des Museums Schleitheimertal unter https://taeufer.museum-schleitheim.ch.

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