Die Mennonitische Weltkonferenz (MWK) hat nach einem Luftangriff des myanmarischen Militärs auf das überwiegend mennonitische Dorf Tlangkhua im Chin-Staat zu dringendem Gebet aufgerufen. In dem Aufruf heißt es, am 10. Februar 2026 habe die Militärjunta das Dorf bombardiert; sechs Menschen seien sofort getötet, viele weitere schwer verletzt worden.
Nach Angaben der Mennonitischen Weltkonferenz gehören die meisten Opfer zur Bible Missionary Church, einer MWK-Mitgliedskirche in Myanmar. Unter den Toten seien „der Diakon, der Schatzmeister und zwei Jugendleitende“ der Gemeinde. Elf Gemeindemitglieder benötigten notfallmedizinische Behandlung. In der Nähe der Einschlagstelle sei zudem ein Kirchengebäude im Bau gewesen.
Ein Leitungsverantwortlicher aus Myanmar, den die Mennonitische Weltkonferenz zitiert, schildert die Notlage der Gemeinde: „Derzeit besteht ein dringender Bedarf an medizinischer Versorgung für die Schwerverletzten und an sofortiger Unterstützung für die Familien der verstorbenen Mennoniten.“ Er betont die persönliche Betroffenheit: „Tlangkhua ist mein Heimatdorf … Die meisten der Verstorbenen sind meine Cousins und Verwandten.“ Zugleich richtet er den Appell an die weltweite täuferisch-mennonitische Gemeinschaft: „Alle internationalen Mennoniten, bitte betet.“
Der Gebetsaufruf bittet um Fürbitte „für die Trauernden und Leidtragenden“ sowie darum, dass die Militärjunta von der Strategie ablässt, der eigenen Bevölkerung zu schaden. Unterzeichnet ist er von Henk Stenvers (Präsident), Tigist Tesfaye (Diakonenkommission) und Andrew Suderman (Friedenskommission) der Mennonitischen Weltkonferenz.
Auch der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) verurteilte die Angriffe auf Zivilpersonen. Generalsekretär Jerry Pillay sprach von „schwerwiegenden Verstößen gegen das Völkerrecht, gegen die Menschenwürde und die Heiligkeit des Lebens“ und erklärte: „Wir bekunden unsere tiefe Solidarität mit der mennonitischen Kirche und mit allen leidenden Gemeinschaften in Myanmar.“
Der Ökumenische Rat der Kirchen verweist zudem auf ein größeres Muster von Attacken auf zivile Ziele, darunter auch ein Angriff auf das benachbarte Matupi am 9. Februar. Nach Daten des Myanmar Peace Monitor seien in 15 Monaten mehr als 1.000 zivile Orte durch Luftangriffe getroffen worden; seit Ende 2024 seien dabei mindestens 1.728 Zivilpersonen getötet worden.
