Die Macht gewaltlosen Widerstands

In einem Artikel des Magazins „Die Eule“ schreibt Benjamin Isaak-Krauß, Pastor der Mennonitengemeinde Frankfurt, über „Die Macht gewaltlosen Widerstands“.

„Der russische Angriff auf die Ukraine ist ein Schock für uns alle, Gewissheiten ins Schwanken bringt. Allerdings sollte dies auf Grundlage der empirischen Forschung stattfinden und nicht einfach den uralten Mythos der erlösenden Gewalt wiederaufwärmen und die Militarisierung Europas absegnen. Ich bin dankbar für Netzwerke wie Church and Peace und Community Peacemaker Teams, in denen ich so viel über die Praxis gewaltfreien Widerstands lernen durfte.“

Zum Artikel: https://eulemagazin.de/die-macht-gewaltlosen-widerstands/

2 Kommentare zu Die Macht gewaltlosen Widerstands

  1. Klaus Duwensee, Mennonitengemeinde Weierhof sagt:

    Ein gewaltloser Widerstand !?

    Als anerkannter, praktizierender und christlicher Kriegsdienstverweigerer bin ich gegen jeden politisch und wirtschaftlich motivierten Angriffskrieg, von einem Land auf ein anderes Land, von einer Volksgemeinschaft auf eine Andere. Krieg ist aus meiner Sicht immer „Völkermord!“ Damit die finanziell und wirtschaftlich motivierten Interessengruppen der Rüstungsindustrie keine finanziellen Gewinne mehr durch die Herstellung von Waffen jeglicher Art partizipieren können, sollten alle Hersteller und Exporteure von Waffen europaweit und eigentlich noch besser weltweit verstaatlicht werden.
    Ein „gewaltloser Widerstand“ von Pazifisten ist nicht „gewaltlos“, wenn die Menschen, die mit „Waffengewalt“ gerettet werden könnten, real vergewaltigt, verletzt oder getötet werden. Im zwischenmenschlichen Lebensbereich ist „Gewaltlosigkeit“ durchaus möglich. Im Krieg zwischen verfeindeten Ländern oder Volksgemeinschaften ist Gewaltlosigkeit, die die Menschen auch schützt, aber nicht real! In allen weltweiten Kriegsgebieten sollten deshalb UN – Truppen mit sog. „Blauhelmen“ eingesetzt werden, die auch mit „Waffengewalt“ die Vergewaltigung, die Verletzung und die Tötung von Menschen verhindern könnten.
    Unter diesem Gesichtspunkt ist nach meiner Meinung beides aus ethischen und christlichen Gesichtspunkten möglich: Der „gewaltlose Widerstand“ und der „Widerstand mit Waffengewalt“ – zum Schutze der Menschen. So gesehen ist für mich die Handlungsanweisung von Jesus: „Wenn dir einer auf die eine Wange schlägt, dann halte im auch die Andere hin!“ für den zwischenmenschlichen Lebensbereich gedacht und nicht auf die Kriege zwischen staatlichen Kriegsparteien umsetzbar.
    Eine Frage zum Nachdenken und zur Gesprächsanregung: Ist die Ukraine die „eine Wange“ und die Balkanstaaten die „andere Wange“?
    Klaus Duwensee
    Mennonitengemeinde Weierhof

  2. James sagt:

    So wie ich die Bibel verstehe und wie es uns Jesus vorgelebt, sehe ich keine Legitimation von Gott für Kriegsführung. Es ist als nicht direkt Betroffener von der Ferne freilich leicht zu reden und ich kann es auch nicht für die Menschen vor Ort tun.
    Die andere Wange hinhalten bedeutet eben alles andere, als Gleiches mit Gleichem vergelten. Es bedeutet im Kontext gewaltfrei reagieren, mit einer Kreativität, mit der am Ende alle die Würde behalten.
    Mit Waffengewalt reagieren, ist ein sich auf das gleiche Niveau herunterlassen. Damit wird die Spirale der Gewalt nicht durchbrochen, höchstens unterdrückt.
    Was wurde denn bisher ernsthaft unternommen, um zu befrieden? Weshalb wird das Völkerrecht nicht eingefordert? Waren es nicht wirtschaftliche und imperiale Interessen des sog. Westens, die zu der Zuspitzung geführt. Weshalb hat man nach dem Kalten Krieg mit der Sowjetunion, den Kalten Krieg gegen Russland weiter geführt. Wir alle sind seit Generationen traumatisiert und sind unfähig von Feindbildern loszulassen. Wir müssen Kreativität nutzen und Wege finden wie Leid, nicht nur das, was gerade in der Ukraine geschieht, auch das, was wir seit Generationen mit uns tragen, überwinden und den Leidtragenden gerecht werden.
    Menschenrechte sind unverhandelbar, sie einzufordern ist

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