Delegierte der ACK Südwest trafen sich auf der Ebernburg

BAD KREUZNACH – Nach einer zweijährigen coronabedingten Unterbrechung trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in der Region Südwest zu ihrer Delegiertenversammlung am 28 und 29. Oktober 2021 auf der Ebernburg. Im Rahmen des geistlichen Impulses zu Beginn der Versammlung gedachten die Delegierten der Flutkatastrophe im Ahrtal am 14. Juli.

„Gemeinsam am Tisch des Herrn“

Das inhaltliche Schwerpunkthema am Nachmittag beschäftigte sich mit dem vom ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) 2019 veröffentlichten Dokument „Gemeinsam am Tisch des Herrn“. Aus der Sicht des ÖAK sind die erreichten Übereinstimmungen in der Lehre von Abendmahl/Eucharistie hinreichend, um dafür zu votieren, sich wechselseitig zur Mahlfeier in den liturgischen Formen der jeweils anderen Konfession einzuladen und einladen zu lassen. Seit seiner Veröffentlichung sorgt das Votum für heftige Debatten und Auseinandersetzungen. Die Diskussion in der Delegiertenversammlung bot die Möglichkeit der Öffnung des Themas hin zu den Freikirchen und orthodoxen Kirchen. Bei allen offenen Fragen und ohne die Differenzen aus den Augen zu verlieren, stimmte die ACK Südwest dafür, sich weiter mit einer handlungsorientierten Perspektive der gegenseitigen Einladung zur Mahlgemeinschaft zu beschäftigen.

„Gewagt! 500 Jahre Täuferbewegung“ 1525 – 2025

Einen weiteren Schwerpunkt stellte die Beschäftigung mit der 500jährigen Geschichte der Täufer dar. Als aus der Reformation hervorgegangene Bewegung strebten die Täufer ein konsequentes und an biblischen Maßstäben ausgerichtetes Leben an. Ihre Ideale waren u.a. die Freiheit des Glaubens und die Gewaltlosigkeit. Dafür mussten sie immer wieder Verfolgung, erzwungene Migration und Diskriminierung in Kauf nehmen.

Astrid von Schlachta, Leiterin der Mennonitischen Forschungsstelle auf dem Weiherhof bei Kirchheim-Bolanden, informierte über den 5jährigen Vorbereitungsweg auf das Jubiläumsjahr 2025 hin. Er setzt unter dem Motto „Gewagt!“ verschiedene Schwerpunkte und Themen aus der täuferischen Tradition und bringt sie ins Gespräch mit aktuellen Fragestellungen.

Interkulturelle Woche

Frau Friederike Ekol vom Ökumenischen Vorbereitungsausschuss zur Interkulturellen Woche in Frankfurt am Main berichtete über die jährlich stattfindende und von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Griechisch-Orthodoxen Metropolie initiierten Interkulturellen Woche. Diese wird in vielfältiger Weise von Kirchen, Religionsgemeinschaften und vielen zivilgesellschaftlichen Organisationen unterstützt und mitgetragen. Unter dem Motto „#offen geht“ rückt die Aktion in diesem Jahr die Chancen und Herausforderungen einer Gesellschaft in Vielfalt in den Mittelpunkt.

Verabschiedung Geschäftsführerin der ACK Südwest

Zum Ende der Delegiertenversammlung wurde Stefanie Schlenzcek, Pfarrerin der Evangelischen Kirche der Pfalz, die vier Jahre die Geschäftsführung der ACK Südwest innehatte, verabschiedet. Vorsitzende Jutta Walber von der Evangelischen Kirche im Rheinland dankte ihr im Namen aller Delegierten herzlich für ihre engagierte Arbeit. Vorübergehend wird Herr Martin Henninger, Pfarrer i. R. der Evangelischen Kirche der Pfalz, die Geschäftsführung übernehmen.

Susanne Laun

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