Die frohe Botschaft als Spaßbremse?

AUGSBURG. Am Sonntag, 21.11.21, 17 Uhr geht die Zoom-Gesprächsreihe „Olaf & Wolfgang diskutieren über …“ weiter. Nach längerer „Sommerpause“ geht es diesmal um das Thema „Die frohe Botschaft als Spaßbremse?“ Waren Täufer, Mennoniten und Quäker lustfeindlich? Sie sie es vielleicht noch immer?

Aus der Gruppe um Konrad Grebel, in deren Mitte es Ende Januar 1525 zur ersten Bekenntnistaufe der Täufer-bewegung kam, wurde am 5.9.1524 ein Brief an Thomas Müntzer geerichtet. Darin heißt es: „Wir finden im Neuen Testament keine Lehre vom Singen, kein einziges Beispiel. … Man soll Gott im Herzen singen. … Singe nicht!“ Im Schleitheimer Bekenntnis vom 24.2.1527 wird der Besuch von Weinhäusern genauso verboten wie päpstliche (katholische) und widerpäpstliche (reformierte und lutherische) Gottesdienste. Später wird gegen das Kartenspielen, das Tanzen und andere Vernügungen gewettert. Ähnliches geschieht im 17. Jahrhundert in der Frühzeit der Quäker. George Fox schrieb aus dem Gefängnis „Wie könnt ihr Gott dienen, solange ihr euren Vergnügen nachgeht?  Weltliche Vergnügen, Kegeln, Jagen und Trinken und dergleichen.“ Musikinstrumente waren verpönt. Quäkerversammlungen, die Fußballspielen tolerierten, bekamen Probleme. Noch in den 1960er Jahren organisierten gestandene Männer und Frauen aus einer Mennonitengemeinde einen Tanzkurs, weil das Tanzen in ihrer Jugendzeit noch madig gemacht worden war. Da kann schon die Frage aufkommen, ob das Evangelium, zu deutsch die „frohe Botschaft“ nicht eher eine Spaßbremse ist. Unser Gespräch schildert die frühe Spaßfeindschaft von Täufern, Mennoniten und Quäkern, fragt nach ihren Ursachen und wie wir heute dazu stehen. Können wir Jesus nachfolgen und Freude erleben? Kann der Weg der Nachfolge selbst vielleicht sogar Spaß machen?

Die Gesprächsreihe startete im Juni 2020 als Antwort auf die pandemiebedingte Pause der monatlichen stillen Andacht nach Quäkerart der Augsburger Mennonitengemeinde. Statt des Wohnzimmers wurde das Internet zum Treffpunkt. Statt zur Stille versammelt man sich  zum Gespräch über „mennonitische“ und „quäkerische“ Themen. So funktioniert der online-Treff: Olaf & Wolfgang machen zunächst eine Einleitung aus Quäker- & Mennosicht. Dann dürfen und sollen alle mitreden.

Voraussichtlich nächste Treffen: So 16.1.22, 20.2.22, 20.3.22
normalerweise am 3. Sonntag im Monat
Weitere Informationen und Zugangs-Link: mennonitengemeinde.de

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