Nach dem schweren Erdbeben in Kolumbien hat die Mennonitische Weltkonferenz (MWK) ihre Mitgliedskirchen zum Gebet für die Betroffenen und zur Unterstützung der Hilfsmaßnahmen aufgerufen. Das Beben der Stärke 7,4 hatte am Montag, 10. August, den Westen Kolumbiens erschüttert. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im Departamento Chocó. Bis Donnerstagabend wurden nach Regierungsangaben mindestens 281 Tote und mehr als 3.900 Verletzte gemeldet. Hunderte Menschen galten weiterhin als vermisst.

Auch Gebiete mit mennonitischen Gemeinden sind betroffen. Die Mennonitische Weltkonferenz nennt insbesondere Pereira und Cali sowie Gemeinden der Mennonitischen Brüdergemeinden im Departamento Chocó. In Kolumbien gehören der Weltkonferenz drei Kirchen mit zusammen rund 70 Gemeinden und 3.000 Mitgliedern an, darunter die Iglesia Cristiana Menonita de Colombia (IMCOL). Die Weltkonferenz bittet um Gebet für die Betroffenen, die Rettungskräfte und alle, die an der Versorgung und am Wiederaufbau beteiligt sind. Zugleich ruft sie zu Großzügigkeit und praktischer Hilfe auf.

Die IMCOL, mit der die Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) geschwisterschaftlich verbunden ist, meldet nach bisherigem Stand keine direkt betroffenen Gemeinden oder Kirchengebäude. Nach Angaben ihres Vorsitzenden Carlos Moreno gibt es jedoch Schäden an Privathäusern und Wohnungen von Gemeindemitgliedern. Mennonitische Gemeinden unter anderem in Armenia, Pereira und Ibagué seien nach ersten Rückmeldungen wohlauf. Auch in Bogotá war das Erdbeben deutlich zu spüren.

Kirchen und ökumenische Organisationen beteiligen sich unterdessen an der Hilfe für die betroffenen Regionen. Der Ökumenische Rat der Kirchen berichtet, dass Gemeinden und Partnerorganisationen vor Ort den Hilfsbedarf erfassen und ihre Unterstützung koordinieren. Neben humanitärer Hilfe sollen auch seelsorgliche und psychosoziale Angebote über bestehende kirchliche und lokale Netzwerke bereitgestellt werden.

Die Mennonitische Weltkonferenz bittet ihre Mitgliedskirchen, die Menschen in Kolumbien weiter im Gebet zu begleiten und auf weitere Informationen der Kirchen vor Ort zu achten.

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