Die AMG feiert 25-jähriges Bestehen und wählt neue Vorsitzende

KARLSRUHE-THOMASHOF – Vom 12. bis 13. Juni 2015 fand die diesjährige Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (AMG) in der Tagungsstätte Thomashof in Karlsruhe statt. Die Delegierten sprachen über die Arbeitsberichte aus den verschiedenen Werken und Bereichen sowie aktuelle Themen, feierten das 25-jährige Bestehen der AMG, verabschiedeten das Jahresbudget und wählten einen neuen Vorstand.

Ende einer Kirchenpartnerschaft

Die bisherige Partnerschaft der AMG mit der Meserete Kristos Kirche in Äthiopien wurde reflektiert. Es gab in den vergangenen Jahren einen wertvollen Austausch, der zeitweise intensiver von den Werken gestaltet wurde. Eine internationale Partnerschaft wurde als Bereicherung und bedeutsame Horizonterweiterung begriffen, die Grund zur Dankbarkeit gab. Das möchte man innerhalb der weltweiten Geschwisterschaft gerne fortsetzen. Die Mitgliederversammlung folgte dem Vorschlag des AMG-Vorstands, die Partnerschaft mit der Meserete Kristos Kirche offiziell zu beenden und sich im kommenden Jahr über eine mögliche Partnerschaft mit einer anderen Kirche auf der südlichen Hälfte der Erdkugel zu informieren.

Herausforderung Flüchtlinge

Der Freitag Abend stand unter dem Schwerpunktthema „Flüchtlinge fordern uns heraus“. In einer Talkrunde berichteten Teilnehmende aus verschiedenen Gemeinden von ihren Erfahrungen mit Flüchtlingen, Gemeinschaftsunterkünften und offiziellen Stellen. Wichtig war allen Beteiligten, dass es jeweils um einzelne Menschen und Schicksale geht und es Aufgabe der Gemeinden ist, dem Anderen der Nächste zu werden. Hingewiesen wurde auch auf die Ausgabe 3/2015 der Gemeindezeitschrift DIE BRÜCKE, die weitere Beiträge und Anregungen zum Thema „Flucht und Migration“ enthält.

25 Jahre AMG

Grund zur Freude und für einen kurzen dankbaren Rückblick gab ein kleines Jubiläum. Seit 25 Jahren gibt es nun die 1990 auf den Weg gebrachte Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland KdöR (AMG). Barbara Hege-Galle erzählte von den Anfängen und staunte, was da in 25 Jahren gewachsen ist.

Aktion Aufschrei

Die MV beschloss, Mitglied zu werden in der Aktion Aufschrei. Die Kampagne gegen Rüstungsexport initiierte eine Unterschriftenaktion zur Veränderung des Artikel 26(2) GG. Darin wird auf „zur Kriegsführung bestimmte Waffen“ Bezug genommen. Volker Haury ist für die AMG die Verbindungsperson in dieses Aktionsbündnis.
Erreicht werden soll eine Veränderung der Richtlinien zum Rüstungsexport mit dem Ziel einer restriktiveren Genehmigungspraxis. Das ist als Einstieg gedacht in das langfristige Ziel, Rüstungsexporte nicht mehr zuzulassen und damit z.B. mit Kleinwaffen, Minen oder chemischen Waffen anzufangen. Inzwischen wurde der thematische Handlungsrahmen erweitert. Mit dem Slogan „Grenzen öffnen für Menschen. Grenzen schließen für Waffen.“ wird auf Zusammenhänge zwischen Rüstungsexporten und Flüchtlingen aus Kriegsbieten hingewiesen. Die geplante Erweiterung ab 2015 wird mit dem Slogan „damit der Mensch nicht zur Zielscheibe wird“ beschrieben. (Weitere Information: www.aufschrei-waffenhandel.de )

MissionRespekt

Am Samstag wurde das Dokument MissionRespekt diskutiert und den Gemeinden zur Rezeption empfohlen. Dazu kann man sich der Materialien bedienen, die die Website missionrespekt.de bereithält. Das Dokument stellt Empfehlungen für einen Verhaltenskodex zu diesem sensiblen und oft umstrittenen Thema dar und lädt Kirchen und christliche Organisationen dazu ein, es sich zu eigen zu machen. Als ein bedeutsames weltweit begrüsstes pragmatisches Papier verzichtet es dabei auf den Versuch, eine Theologie der Mission zu skizzieren. Das Papier ist ein Verhaltenskodex. d. h. er äußert sich zu der Frage, in welcher Haltung Mission betrieben wird. Es sagt nichts zu der Frage wie Mission verstanden wird. Auch darüber ist es wichtig miteinander ins Gespräch zu kommen, nicht weil unser Gemeinden schrumpfen, sondern weil wir Teil haben und teilnehmen an Gottes Mission in dieser Welt und weil wir dafür Zeugen und Beauftragte Gottes sind und es darum geht, Weggemeinschaften Jesu zu bilden.

ÖRK Mitgliedschaft der AMG

Die Vereinigung Deutscher Mennonitengemeinden (VDM) ist Gründungsmitglied des Ökumenischen Rates der Kirchen (1948). In den Gesprächen zur Gründung der AMG 1990 gab es eine kontroverse Debatte und vereinzelt Widerstand gegen eine Mitgliedschaft im ÖRK, so dass die Mitgliedschaft im ÖRK nicht auf die AMG überging. Nicht-VDM-Gemeinden aber, denen die ÖRK-Mitgliedschaft wichtig war, richtete die VDM ihrerseits den Status einer Teilmitgliedschaft mit dem Ziel einer Teilhabe an der ÖRK Mitgliedschaft ein. Bis heute haben neun ASM-Gemeinden und sechs VdM-Gemeinden dies in Anspruch genommen, die seither eine Art Doppelmitgliedschaft führen.
Auf ihrer Sitzung im Juni diskutierte die MV nun Übertragung der ÖRK-Mitgliedschaft von der Vereinigung auf die die AMG. Das Anliegen stößt grundsätzlich auf Zustimmung, wenngleich auch ein gewisser Gesprächsbedarf in manchen Gemeinden beachtet werden soll. Im nächsten Jahr soll diese Frage abschließend beraten und entschieden werden.

Neuer Vorstand

Turnusgemäß wählte die Mitgliederversammlung einen neuen Vorstand. Mit Dank verabschiedet wurden Brigitta Albrecht und Birgit Hufen-Batzke. Auch Frieder Boller wurde nach achtjähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender mit großem Dank aus der Vorstandsarbeit verabschiedet.
Den ersten Vorsitz hat künftig Doris Hege inne, Pastorin der Mennonitengemeinde Frankfurt am Main. Stellvertretende Vorsitzende sind Fernando Enns, Hamburg und Volker Haury, Stuttgart. Zum neu gewählten Vorstand gehören außerdem Jan Berend van Delden (Kassier), Rebecca Froese, Kurt Kerber, Ruth Raab-Zerger, Megan Rosenwink und Wolfgang Seibel.

 

AMG-Vorstand

Der neue Vorstand (v.l.): Doris Hege, Fernando Enns, Wolfgang Seibel, Rebecca Froese, Kurt Kerber, Megan Rosenwink, Jan Berend van Delden, Volker Haury
(nicht im Bild: Ruth Raab-Zerger)

(Foto: Andreas Kohrn) | Die AMG im Internet: www.mennoniten.de