Mennonite Church USA (MC USA) reagiert auf jüngste Gewalt in Minneapolis und ruft Gemeinden und Mitglieder zu Friedensarbeit auf. In einer Erklärung spricht die Kirche von landesweiter Alarmierung in den vergangenen Wochen, weil „maskierte ICE-Rekruten und Bundesbeamte“ ohne „bedeutsame Aufsicht“ agierten und Methoden einsetzten, die „darauf abzielen“, Bewohnerinnen und Bewohner in US-Städten zu „verängstigen, zu provozieren und zu gefährden“.

Diese Vorgehensweisen hätten inzwischen zu „Schießereien und Todesfällen“ geführt und „weit verbreitete Angst“ unter Asylsuchenden und Migrantinnen und Migranten ausgelöst – „dokumentiert und undokumentiert“ – die Teil der Gemeinschaften seien. Trotz dieser Folgen habe die derzeitige Regierung sich nicht in Richtung „größerer Disziplin oder Rechenschaft“ für die Einsatzkräfte bewegt. Stattdessen seien Erklärungen für die Todesfälle gegeben worden, denen es an „gründlicher Untersuchung“ fehle und die „im Widerspruch“ zu verfügbarem Videomaterial stünden.

Als „Weckruf“ bezeichnet MC USA die Todesfälle von Alex Pretti und Renee Good sowie weiterer Menschen. „Unser Einsatz für Friedensstiftung kann nicht warten“, heißt es sinngemäß.

Zugleich betont die Kirche, dass Mitarbeitende in Bundes- und Einwanderungsbehörden „herausfordernde Verantwortlichkeiten“ tragen könnten. Diese Aufgaben müssten jedoch „ethisch, rechtmäßig und mit Rechenschaftspflicht“ ausgeführt werden.

MC USA erklärt, man sorge sich tief um Nachbarinnen und Nachbarn sowie um „Fremde unter uns“, die Bedrohungen, erzwungener Familientrennung und Tod ausgesetzt seien. Die Kirche verweist auf ihre „2025 Revised Statement on Immigration“: Darin bestätige sie ihre Identität als Bürgerinnen und Bürger des Reiches Gottes und als „aliens“ und „exiles“ in dem Land, in dem man lebe. Gleichgültigkeit und Misshandlung von Asylsuchenden und Migrantinnen und Migranten würden zurückgewiesen; zugleich verpflichte man sich zu Gottes versöhnender Mission.

Außerdem erinnert MC USA daran, im Februar 2025 gemeinsam mit mehr als zwei Dutzend christlichen und jüdischen Denominationen und Verbänden das Department of Homeland Security verklagt zu haben, um Religionsfreiheit zu schützen. „Wir müssen weiter mutige Schritte gehen“, heißt es. Jetzt sei die Zeit, dass die historische Friedenskirche handle.

Die Kirche ruft zu „intentionalem, inbrünstigem Gebet“ und zu „aktivem Zeugnis“ auf. Genannt werden unter anderem

  • Schutz und Unterstützung: Gemeinden sollen – wo möglich – Schutzräume anbieten sowie rechtliche Ressourcen und/oder finanzielle Hilfe für Menschen bereitstellen, die von Abschiebung oder staatlicher Einschüchterung betroffen sind.
  • Reaktion in Minneapolis: Das Personal von MC USA stehe in Kommunikation mit regionalen Konferenzen, um dringende Bedarfe in der Region Minneapolis anzugehen.
  • Spenden an den MC USA Justice Fund zur Unterstützung lokaler Basisarbeit und betroffener Familien.
  • Politische Reformen: Über ein Toolkit des MCC Washington Office sollen Abgeordnete kontaktiert werden – mit der Forderung nach einem Ende gewaltsamer Durchsetzungstaktiken und nach Gesetzgebung, die Menschenrechte und „restorative justice“ vor militarisierte Polizeistrategien stellt.
  • Gewaltfreies öffentliches Zeugnis: Teilnahme an Mahnwachen und friedlichen Demonstrationen für Migrationsgerechtigkeit; Nutzung von Ressourcen zur Friedensarbeit, etwa aus MC USAs Initiative „Learn, Pray, Join: Conflict Transformation“, auch für Deeskalation und gewaltfreie Intervention.

MC USA betont, man handle nicht aus politischer Loyalität, sondern aus der „primären Verpflichtung“ gegenüber Jesus Christus, dem „Prince of Peace“. Man verurteile Schusswaffen- und politische Gewalt „in jeder Form“ und bete um Mitgefühl und Weisheit für die Führung des Landes, während man für Gerechtigkeit und Frieden arbeite.
Quelle: https://www.mennoniteusa.org/minneapolis-statement/

Foto: Mennoniten halten nach dem Mord an Alex Pretti am 24. Januar eine Mahnwache bei Kerzenschein ab. – Juan Moya/Anabatist World

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