„Könnten wir doch hören…“ – Eine Stimme aus den Friedenskirchen

„Wir sind Zeug*innen eines Krieges in Europa! Und wir verurteilen das Bombardieren von Städten und das Töten von Menschen. Niemand hat das Recht dazu. Das Leben – jedes Menschen – ist heilig. Es gibt keine Rechtfertigung dafür.“ – so beginnt die am 3.3.2022 veröffentlichte Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in Deutschland (der Vorstand), in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee und dem Mennonitischen Friedenszentrum Berlin.

Die Stellungnahme fragt nach dem, was Menschen nun tun können.
„Wir beten für den Frieden – gemeinsam mit Geschwistern in der weltweiten Ökumene, über alle nationalen Grenzen hinaus! Wir beten für die an Leib und Leben Bedrohten, dass sie Schutz und Trost finden mögen. Wir beten für die Machthabenden, dass sie von der „Torheit“ des Kriegführens und dem Drohen mit noch mehr Vernichtung ablassen. Wir beten für alle Soldaten und Kämpfenden, dass sie sich dem Töten und dem Vernichten verweigern. Und wir beten für uns selbst, dass wir Orientierung finden in unserem Bekenntnis zu Jesus Christus, der unser Friede ist.“

Aber es geht auch um praktische Hilfe:
„Wir können geflüchtete Menschen aufnehmen. Wir können Geld spenden und können selbst Hilfe organisieren. Wir bleiben in Kontakt mit jenen Menschen, die wir in der Ukraine, in Russland und Belarus persönlich kennen. Wir können Anwälte und Anwältinnen des Friedens sein bei unseren jeweiligen Regierungen. Wir können uns an öffentlichen Protesten gegen denKrieg beteiligen und unterstützen die Proteste in anderen Ländern. Wir wissen uns verbunden mit vielen, auch in der Ukraine, in Belarus und in Russland“

Und gibt eine Antwort auf die Frage, ob die gewaltfreie Position angesichts der Aggression obsolet geworden ist:
„Nein – im Gegenteil! Waffen schützen nicht vor Tod und Zerstörung. Ein abermaliges Einsteigen in die Abschreckungsszenarien des Kalten Krieges wird nicht mehr Sicherheit produzieren, sondern eine Eskalation vorantreiben. Sicherheit kann es nicht auf Kosten der anderen geben, sondern nur gemeinsam. Waffenlieferungen beenden keinen Krieg, sondern heizen ihn an und ermöglichen erst Kriegsführung und Menschenrechtsverletzungen. (…)
Unser Vertrauen in die Macht der Gewaltfreiheit – wie sie Jesus selbst gelebt hat – ist ungebrochen. Unsere Hoffnung ist nicht zerstört, sie leitet auch jetzt unser Handeln. Wir werden einer neuerlichen Aufrüstung in unserem eigenen Land nicht zustimmen, da dies unserem Bekenntnis zu Jesus Christus widerspricht. Wir wollen auf dem Weg des Friedens bleiben, der den Irrtum, dass Waffen unsere Sicherheit gewähren könnten, entlarvt. Wir wollen den Weg des gewaltfreien Widerstands und der Konflikttransformation gehen – in derNachfolge Jesu.“

Der ganze Wortlaut unter:

https://www.mennoniten.de/wp-content/uploads/2022/03/AMG-Ko%CC%88nnten-wir-doch-ho%CC%88ren-Ukraine.pdf