Gemeinden wollen verbunden bleiben

Hannah Rosenfeld in Hamburg - Foto Marius van Hoogstraten

Zur Zeit sind reguläre Gottesdienste und auch Hauskreise nicht möglich. Vielerorts führt das zu neuen Ideen. Wir haben einige Gemeinden gefragt, was sie für die nächsten Wochen planen:

In der Mennonitengemeinde zu Hamburg und Altona gab es bereits letzten Sonntag einen allerersten YouTube-Gottesdienst, aus dem improvisierten Heimstudio. Unter der Woche gab es auch eine Andacht, die Marius van Hoogstraten und Hannah Rosenfeld gemeinsam hielten. Der Kanal findet sich unter https://www.youtube.com/channel/UCv1j2cD-lPqjAkRkw7a9EJw

Corinna Schmidt berichtet aus ihrer Ökumenischen Hausgemeinschaft: “Wir haben eine „Treppenhaus-Andacht“ gefeiert. Das hat gutgetan. Alle standen im Treppenhaus vor ihren Haustüren und wir haben gemeinsam gesungen und gebetet.”

Eine Schwierigkeit bei allen Neuerungen ist, dass viele Menschen, die zum Gottesdienst kommen, älter oder alt sind. Manche ohne Internet, E-Mail oder Smartphone. Auch die gilt es zu erreichen und nicht alleine zu lassen.

Die Berliner Mennonitengemeinde plant daher für Sonntag einen Telefongottesdienst. Über den Gemeindeverteiler wurde die Nummer für eine Telefonkonferenz mitgeteilt, in die sich alle einwählen können. Da sich alle gegenseitig hören können, wird darauf hingewiesen, an einem ruhigen Ort mit wenig Nebengeräuschen zu telefonieren. Auch in Neuwied ist ein Gottesdienst per Telefonkonferenz geplant.

Die Mennonitengemeinde Weierhof bietet schon länger Gottesdienste für registrierte Nutzer auch als Audio-Livestream an (DIE BRÜCKE berichtete). In der letzten Woche erging die Einladung an andere Gemeinden in der Arbeitsgemeinschaften Südwestdeutscher Gemeinden (ASM), sich mit einzuklinken. Weitere Infos hat Silvia König.

Die Mennonitengemeinde Regensburg hat sich entschieden, alle Gemeindeveranstaltung mit der Videoplattform Zoom durchzuführen, “da sie einfach ist, mit kleinen und großen Gruppen umgehen kann. Mensch kann sich per Computer, Tablet, oder Smartphone übers Internet, oder per Telefon auch telefonisch beitreten kann. Daher ist sie auch für nicht so technik-affine Leute sehr geeignet.”- Benjamin Isaak-Krauß hat auch ein paar Hilfen erarbeitet, wie Gemeinden das umsetzen können. (siehe “Gemeindeleben Online – praktische Tipps”)

Die Mennonitengemeinde Karlsruhe plant ebenfalls einen Online-Gottesdienst (Link auf https://mennoniten-karlsruhe.de/ ), der alternativ als Lese-Gottesdienst als Textdatei über den Gemeinde-Verteiler verschickt wird. Auch ein Online-Kindergottesdienst ist angedacht.

Einige Karlsruher Gemeinden planen gemeinsam einen Online Kigo, der bei Youtube abrufbar sein wird, unterhttps://www.youtube.com/channel/UCsnIncp_DV3YPMkif-4Npgg/

Jugendarbeit online gestalten
Chris Blickensdörfer, Jugendreferent der Mennonitengemeinden Enkenbach, Friedelsheim, Limburgerhof-Kohlhof und Worms-Ibersheim schreibt:

Ich bin momentan dabei alle meinen physischen Räume in denen ich mich mit Jugendlichen treffe in virtuelle zu verwandeln. Ich nutze dafür Discord. Das ist ein Programm, welches eigentlich zum Großteil von Gamern genutzt wird, um während dem Spielen miteinander zu reden. Es wird aber auch immer mehr für Messaging genutzt. Der Vorteil ist, dass man es auf dem Smartphone, am Computer (installiert) aber auch im Browser (ohne Installation) nutzen kann. Allerdings muss sich jeder Nutzer mit seiner E-Mailadresse einen Account erstellen, um Discord nutzen zu können.
Ich habe einen Kanal erstellt, dem die Jugendlichen beitreten können. Innerhalb des Kanals gibt es verschiedene Räume zwischen denen man hin und herwechseln kann. Das erste größere Treffen wird am Freitag stattfinden, von daher kann ich noch keinen Erfahrungsbericht liefern. Aber wir wollen dort gemeinsam thematisch arbeiten, reden spielen, beten, … Fast wie eine normale Jugend.
Unterstützende Medien werden voraussichtlich sein: YouTube, DasBibelProjekt, PowerPoint Broadcast, OpenLP, u.a. – Falls von Jugendseite Interesse daran besteht mitzumachen, dann kann man sich gerne bei mir melden.

Christopher Blickensdörfer

Natürlich betrifft die Krise auch andere Glaubensgemeinschaften. So haben zum Beispiel die Baptisten eine Liste mit Ideen gesammelt, von Abendgebeten per WhatsApp, tägliche Ermutigungsnewsletter und abrufbare Andachten übers Infotelefon. Die Liste findet sich hier: https://www.baptisten.de/aktuelles-schwerpunkte/corona/best-practice/

Auch im Leiterblog finden sich 20 Praktische Ideen für die #CoronaKirche

Speziell für die Osterzeit gibt es noch einen weiteren Übersichtsartikel:

(Titelfoto: Marius van Hoogstraten, Hamburg)