ÖRK für Kriegsdienstverweigerung und gegen Atomwaffen

oerkGENF – Der ÖRK-Zentralausschuss hat am Dienstag, 1. September, einen Protokollpunkt zum Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen angenommen. Dieser zitiert eine neue ÖRK-Studie, “dass Kirchen an vielen Orten mit Problemen der Kriegsdienstverweigerung konfrontiert sind.” Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung eröffnet denjenigen, die aus Gewissensgründen den Militärdienst verweigern, die Möglichkeit eines Ersatzdienstes.

Der Protokollpunkt bringt die Unterstützung des ÖRK für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung erneut zum Ausdruck. Die Mitgliedskirchen sind aufgerufen, wo immer möglich “das Recht auf die Weigerung, Waffen zu tragen oder einzusetzen, zu bekräftigen.” Sie werden ermutigt, das Thema gegenüber Regierungen und Militärorganisationen zur Sprache zu bringen, sich mit verwandten Fragen – etwa der Verwendung von Steuergeldern für Militärausgaben oder mit Alternativen zum Militärdienst – auseinanderzusetzen und für Frieden zu beten.

Playdoyer für eine Atomwaffenfreie Zeit

Ebenfalls am Dienstag wurde eine “Erklärung der Hoffnung in einem Jahr der Chancen – Plädoyer für eine atomwaffenfreie Welt” verabschiedet.

Siebzig Jahre nach Beginn des Nuklearzeitalters ruft die Erklärung dazu auf, dass Kirchen verschiedene vielversprechende Gelegenheiten im kommenden Jahr ergreifen, um für eine atomwaffenfreie Welt einzutreten. Unter den genannten Anlässen sind die Sondersitzung der Staatsoberhäupter des UN-Sicherheitsrates zum Thema Abrüstung  special unter Vorsitz von Präsident Barack Obama am 24. September 2009, sowie der Internationale Gebetstag für den Frieden am 21. September.

Die Erklärung ruft Staaten, die Atomwaffen besitzen, auf ihrer “eindeutigen Verpflichtung nachzukommen, ihre Atomwaffenarsenale vollständig zu beseitigen und damit zur nuklearen Abrüstung beizutragen” und ersucht die Kirchen “ihre Regierungen bei deren Bemühungen zu unterstützen, durch die Einführung und Stärkung atomwaffenfreier Zonen ganze Regionen der Welt besser vor Atomwaffen zu schützen.”

Für die Mennoniten nahm Pfr. Dr. Fernando Enns aus Hamburg an der ÖRK-Sitzung teil. Die Vereinigung der Deutschen Mennoniten (VDM) ist Gründungsmitglied des Ökumenischen Rats der Kirchen und vertritt dort auch weitere AMG-Gemeinden.