In Verantwortung füreinander gottesdienstliches Leben gestalten

ACK-Vorsitzender_Miron

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Miron, sagte im Blick auf die Gespräche in Bund und Ländern über Bedingungen und Auflagen für Gottesdienste und kirchliches Gemeindeleben:

„Ich bin dankbar dafür, dass in den Gesprächen von Bund und Ländern wichtige Signale einer weiteren Lockerung der Bestimmungen zu Gottesdiensten und Gemeindeleben gesetzt worden sind. Wir wollen in Verantwortung füreinander das Leben in den Gemeinden gestalten.“ Dies sagte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron, im Blick auf die Gespräche in Bund und Ländern über Bedingungen und Auflagen für Gottesdienste und kirchliches Gemeindeleben. Es sei klar, so Miron, „dass für alle Kirchen der Gesundheitsschutz oberste Priorität habe“. Somit seien Einzelfallentscheidungen bezüglich der Raumgröße und der Kapazität unumgänglich. Aber: „Als ACK agieren wir bundesweit. Daher würde ich mir – trotz aller Wertschätzung des Föderalismus – eine deutschlandweit einheitliche Regelung wünschen“, so Miron. 

Miron wies darauf hin, dass auch 17 Mitgliedskirchen der ACK an dem vorausgegangenen Beratungsprozess der Bundesregierung mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften mitgewirkt und konkrete Vorschläge unterbreitet haben, wie sich das gottesdienstliche und seelsorgliche Leben in den kommenden Wochen im Rahmen der geltenden Hygiene- und Abstandsregelungen gestalten kann. 

Der Vorsitzende der ACK betonte, dass viele Christinnen und Christen den Gottesdienstbesuch und das Gemeindeleben schmerzlich vermissten. Nicht zuletzt habe die Situation gerade bei den Kirchen, die auf Spenden- und Kollekteneinnahmen angewiesen sind, auch unmittelbare finanzielle Auswirkungen. Gleichzeitig habe die Ausnahmesituation aber vielerorts auch zu „erstaunlichen kreativen Konzepten geführt, wie Gottesdienstleben und das Miteinander trotz der Distanz aufrecht erhalten werden können“, so Miron. Diese könnten zwar keinen dauerhaften Ersatz darstellen, aber dennoch als Zusatzangebot weiterhin bestehen bleiben. Er dankte allen Kirchen und Religionsgemeinschaften, die in dieser schwierigen Zeit die Regelungen mitgetragen haben und andere Wege der Verkündigung gegangen sind. 

Es sei beeindruckend, so Miron, wie viele Kirchen in kürzester Zeit ausführliche Konzepte vorgelegt hätten. Dies zeige die Ernsthaftigkeit und die Relevanz des Themas. „Ich bin dankbar, dass wir trotz unserer Vielfalt und angesichts der verschiedenen Schwerpunkte in der Gestaltung des Gemeindelebens, den teilweise beengten Raumverhältnissen gerade in den kleineren Gemeinden und der unterschiedlichen Gewichtung von Glaubensaspekten zu einem tragfähigen Konsens gekommen sind. Zu einer besonnenen Anpassung an die jeweilige Gemeindesituation und einer verantwortungsbewussten Umsetzung fühlen sich alle Kirchen und Religionsgemeinschaften nun verpflichtet“, sagte Miron abschließend.

Ein Kommentar zu In Verantwortung füreinander gottesdienstliches Leben gestalten

  1. Frieder Boller sagt:

    Die „von vielen Kirchen in kürzester Zeit vorgelegten Konzepte“ findet der AcK Vorsitzenden und Erzpriester Miron beeindruckend. Was mich eher befremdend beeindruckt beim Durchlesen besagter Papiere verschiedener Kirchen ist die Tendenz zur Detailversessenheit in den Anweisungen. Die Kritik von Heribert Prantls (Mundschutz ja, Entmündigung nein, 1. Mai, Süddeutsche Zeitung) bringt es da für mich auf den Punkt, der u.a. fragt „…ob der Staat so massiv wie wegen Corona in die Religionsfreiheit eingreifen darf. Darf er Kirchen, Moscheen und Synagogen mit Baumärkten vergleichen? Die Öffnung von Geschäften erlauben, aber Versammlungen zum Gebet verbieten? Die Kirchen haben schicksalsergeben reagiert, aus Nächstenliebe, wie es hieß, aber damit Autorität verloren … Bei der Wiederaufnahme der Gottesdienste setzt sich das fort … in kirchlichen Schutzkonzepten und Teilnahmebedingungen – in einer Mischung von Furcht, Liebedienerei und Beflissenheit. Ist so viel Reglementierung gebotene Verantwortung? Den Menschen, die zur Risikogruppe gehören, wird aus-drücklich geraten, zu Hause zu bleiben. Das klingt fürsorglich. Natürlich ist es nicht so, dass der liebe Gott die schon beschützen wird, die genügend Gottvertrauen haben. Frömmigkeit ist kein Immunitätsverstärker. Aber: Können Betroffene über ihren Schutz nicht selber entscheiden? Reicht es nicht, wenn sie tun, was sie längst tun: Hände waschen und Abstand halten? Man darf ruhig auf die kluge Freiheit der Christenmenschen und auf ihren Verstand setzen. Das gilt für den Staat auch. Er darf nach Wochen massivster Einschränkungen auf die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger setzen. Der demokratische Staat ist kein paternalistisches Projekt. Er lebt von der Mündigkeit seiner Bürger. Er erträgt vielleicht kurzzeitig einen Mundschutz, aber nicht die Entmündigung der Gesellschaft.“
    https://www.sueddeutsche.de/politik/grundrechte-coronakrise-prantl-meinung-1.4894209

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