Ein Gericht auf der griechischen Insel Lesbos hat 24 frühere freiwillige Helferinnen und Helfer in einem viel beachteten Verfahren vom Vorwurf des Menschenschmuggels und weiterer Straftaten freigesprochen. Das Urteil fiel am Donnerstag, 15. Januar 2026, nach mehr als sieben Jahren strafrechtlicher Verfolgung.
Bei den Angeklagten handelte es sich um ehemalige Mitarbeitende und Freiwillige der inzwischen aufgelösten Such- und Rettungsorganisation Emergency Response Centre International (ERCI), die während der Fluchtbewegungen über die Ägäis auf Lesbos aktiv war. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International hatten die Vorwürfe wiederholt als unbegründet kritisiert.
Nach Angaben des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees (DMFK) wurde die Prozessbeobachtung und Begleitung der Betroffenen seit 2018 maßgeblich durch das Team von „CPT Aegean Migrant Solidarity (AMS)“ unterstützt. Die Arbeitsgemeinschaft werde seit 2014 vom DMFK begleitet und mitfinanziert und dokumentiere unter anderem Gerichtsverfahren gegen Geflüchtete sowie Unterstützende.
In internationalen Reaktionen wurde die Entscheidung teils als Signal gegen die „Kriminalisierung von Solidarität“ gewertet. In einem Bericht der britischen Zeitung The Guardian sagte einer der Freigesprochenen, es sei eine Erleichterung, nicht jahrelang in Haft zu müssen, zugleich aber beunruhigend, dass dies überhaupt möglich gewesen sei.
Das DMFK rief dazu auf, die Arbeit von AMS zu unterstützen, etwa durch Einladungen von Jakob Fehr zu Informationsveranstaltungen, Gebet und Spenden an das DMFK unter dem Stichwort „Lesbos“.
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