Die Mennonitische Weltkonferenz hat ihre Mitgliedskirchen weltweit zu Gebet und Fürbitte für Venezuela aufgerufen. In einem „Hirtenbrief“ wendet sich die Weltgemeinschaft der Mennoniten an ihre Gemeinden und bittet um Gebet für Frieden, Gerechtigkeit und politische Stabilität.

Hintergrund sind die militärischen Ereignisse vom 3. Januar 2026, als in den frühen Morgenstunden Ziele in und um Caracas angegriffen wurden und Venezuelas Präsident Nicolás Maduro sowie seine Ehefrau festgenommen wurden. Diese Ereignisse haben bei der Bevölkerung für große Verunsicherung gesorgt.

Aus Venezuela berichten mennonitische Gemeinden, dass viele Menschen derzeit zwar in ihren Häusern in Sicherheit seien, zugleich aber ein starkes Gefühl der Unsicherheit herrsche. Genannt werden Sorgen vor Engpässen bei Lebensmitteln, Medikamenten und Treibstoff sowie die Angst vor möglicher Gewalt auf den Straßen. Die Gemeinden bitten insbesondere um Gebet für zivile und politische Stabilität, für die Achtung der Rechte der Bevölkerung und um geistliche Kraft, die beim Wiederaufbau des Landes helfen könne.

Konkret erbitten die Mennoniten in Venezuela Fürbitte für eine verhandelte Lösung anstelle weiterer militärischer Eskalation, für ein Ende der Gewalt zwischen unterschiedlichen politischen Gruppen sowie dafür, dass die Zukunft des Landes von den Menschen in Venezuela selbst bestimmt wird und nicht von internationalen Interessen. Zugleich wird der Opfer möglicher Gewalt gedacht und ihrer Familien.

Die Mennonitische Weltkonferenz verweist auch auf die Situation in den Nachbarländern. Die Mennonitische Kirche Kolumbiens (IMCOL) habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Geflüchtete aus Venezuela aufgenommen und unterstütze gemeinsam mit entstehenden mennonitischen Gemeinden Hilfs- und Gemeindearbeit.

Ebenfalls schloss sich die Conferencia Peruana Hermanos Menonitas dem Gebetsaufruf an. In ihren Fürbitten bringen die Gemeinden Dank gegenüber Gott zum Ausdruck und bitten um ein Ende des Leidens in Venezuela sowie um Hoffnung und Perspektiven für kommende Generationen.

Der pastorale Brief greift zentrale Elemente täuferischer Friedensethik auf. Militärische Gewalt werde nicht als Weg zu Gerechtigkeit gesehen. Unter Bezug auf biblische Texte und die Lehre Jesu wird betont, dass Frieden nicht durch Gegengewalt wachsen könne und Christen aufgerufen seien, auch in Zeiten von Konflikt Wege der Versöhnung zu suchen.

Unterzeichnet ist der pastorale Brief von Henk Stenvers, Präsident der Mennonitischen Weltkonferenz, sowie von Andrew Suderman, Sekretär der Friedenskommission.

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