Bei einem Besuch im palästinensischen Aida-Flüchtlingslager bei Bethlehem hat ein Vorstandsmitglied des Mennonitischen Hilfswerks (MH) das Lajee Center als einen Ort der Hoffnung und Resilienz kennengelernt. Das Jugendzentrum liegt unmittelbar an der israelischen Sperranlage, die das Camp vom übrigen palästinensischen Gebiet trennt, und bietet kulturelle und bildungsbezogene Angebote für junge Menschen in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld.

Das Aida-Camp wurde 1950 gegründet und beherbergt heute rund 5000 Geflüchtete. Die Lebensbedingungen sind beengt, viele Häuser weisen Spuren militärischer Gewalt auf. Militärbeobachtungstürme entlang der Mauer prägen das Bild der Umgebung. Ein symbolischer Schlüssel über dem Eingang erinnert an die verlorenen Heimatorte der Bewohnerinnen und Bewohner.

Das Lajee Center – „Lajee“ bedeutet auf Arabisch „Flüchtling“ – wurde im Jahr 2000 von jungen Menschen aus dem Camp gegründet. Ziel des Zentrums ist es, Jugendlichen Zugang zu kulturellen und sozialen Ausdrucksformen zu ermöglichen. Angebote wie Dabke-Tanz, Musik- und Kochkurse helfen den Teilnehmenden, ihre kulturelle Identität zu bewahren und neue Perspektiven zu entwickeln. Auch Themen wie soziale Gerechtigkeit, Freiheit und Menschenrechte stehen im Fokus der Arbeit.

Das Zentrum wird durch lokale und internationale Organisationen unterstützt, darunter Playground for Palestine, 1for3 und Grassroots. Es richtet sich nicht nur an die Bewohnerinnen und Bewohner des Camps, sondern an alle Jugendlichen in der Region Bethlehem.

Nicole Tiede, Mitglied im Vorstand des Mennonitischen Hilfswerks, zeigte sich im Nachgang des Besuchs beeindruckt von der Arbeit der Mitarbeitenden vor Ort: „Die Menschen leben in einem Konflikt, den sie nicht begonnen haben. Dennoch setzen sie sich tagtäglich für Hoffnung, Freiheit und Gerechtigkeit ein.“ Die Verantwortlichen im MH rufen zur weiteren Unterstützung und zum Gebet für die Menschen im Aida-Camp auf.