Rheinland-pfälzischer Friedenspreis für US-Sergeant Yovani Rivero

mcn logoBAD NEUENAHR – Zum jährlichen Rheinland-Pfalz-Tag am 14.6.08 zogen Tausende nach Bad Neuenahr. Etwa vierzig Gäste kamen auch ins ev. Gemeindehaus zur ersten Verleihung des rheinland-pfälzischen Friedenspreises an Sergeant Yovani Rivero, stationiert in Baumholder. Da Rivero wegen einer Ausgangssperre selbst nicht anwesend sein konnte, nahm Tim Huber (MCN) den Preis für ihn entgegen.

Pfarrer i.R. August von Dahl, Veteran der Hunsrücker Friedensbewegung, erinnerte an das Wort eines rheinland-pfälzischen Ex-Ministerpräsidenten, das Land sei größter Flugzeugträger der NATO. Immer noch lagerten 20 Atombomben in Büchel. Gegenüber militärischer Vernichtungsdrohung, gelte es Nein zu sagen. Das habe Rivero mit seiner Kriegsdienstverweigerung (KDV) getan und seine Stärke bei Gott gefunden.

Die Laudatio hielt Pfarrer Friedhelm Schneider von der Arbeitsstelle Frieden und Umwelt der Ev. Kirche der Pfalz. Er entfaltete den biographisch-theologischen Kontext von Riveros Verweigerung. Aufgewachsen sei Rivero mit der allgemeinen Auffassung, Dienst für Gott und Militärdienst für das eigene Land gehörten zusammen. Im Sommer 2007 jedoch habe er während eines Urlaubs bei einer Kinderfreizeit in Pennsylvania mitgeholfen. Die meisten Helfer seien Mennoniten und Amische gewesen. „Es gab viele Fragen, wie ich den Krieg unterstützen und Militärdienst leisten und zugleich ein Mann sein kann, an dem Gott Gefallen hat.“ Schließlich sei es ihm zur Gewissheit geworden: „Jesus zeigt uns in seinem Leben, dass wir friedlich und liebevoll leben sollen und dass dies mit dem Militärdienst unvereinbar ist“

Schneider zog eine Parallele zwischen Riveros Umkehr und dem vorkonstantinischen Muster, dass Soldaten, die sich für Christus entscheiden, den Kriegsdienst verweigern. Gegenüber verbreiteten Vorbehalten zur Einschränkung des Rechts auf Leben, formuliere Rivero: „Jesus und seine Lehren waren klar, sie waren weder dehnbar, noch dazu gemacht, übertreten zu werden.“ Schneider forderte die Achtung des Rechts auf KDV als Menschenrecht. Der Umgang der US-Army mit ihren KDVern, entspreche nicht diesen Standards. Der Staat des Grundgesetzes dürfe keine Inseln der Rechtlosigkeit dulden – weder Inhaftierung von US-Pazifisten im Mannheimer Militärgefängnis, noch den Missbrauch rheinland-pfälzischer Militärstützpunkte für den Krieg im Irak. Der Preisträger helfe uns, die Hoffnung auf eine Welt wach zu halten, in der Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet werden und niemand mehr lerne, Krieg zu führen.

In seiner von Tim Huber verlesenen Dankesrede betonte Rivero, Krieg sei falsch, doch Soldaten opferten ihr Leben für andere. Das verdiene Respekt. In der Begegnung mit Mennoniten habe er jedoch gelernt, dass er der Lehre Jesu nicht ausweichen dürfe. Es sei nicht seine Sache, gegen den Krieg, die Armee oder den Präsidenten zu demonstrieren. Er wolle nur im Namen Jesu deutlich machen, dass er desss Lehre folgen könne und werde. „Ich werde meine Familie lieben, ich werde meine Freunde lieben und ich werde meine Feinde lieben, wie Jesus es gewollt hat. Er ist wirklich der Fürst des Friedens.“

Wolfgang Krauß betonte in einem Grußwort, für ihn habe es große Bedeutung, welche Wirkung das Friedenszeugnis mennonitischer und amischer Freunde in USA auf Yovanni Rivero hatte. Er hoffe, dass Kirche in der Nachfolge Jesu überall zu Friedenskirche werde und Zeugniskraft entfalte.

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