US-Deserteur André Shepherd nominiert für Panterpreis

ANdré Shepherd BAMMENTAL – US-Deserteur André Shepherd, der in Deutschland Asyl beantragte, wurde von der taz für den von der taz Panter Stiftung ausgelobten Panterpreis 2010 nominiert. „Echte Helden sind sehr selten geworden“, schreibt die taz auf ihrer Homepage. „Jedes Jahr verleiht die taz Panter Stiftung den Preis für HeldInnen des Alltags an jene, die sich selbstlos, mutig, kreativ für andere einsetzen.“ Zugleich weist die taz darauf hin, dass jedes Jahr sechs Kandidaten nominiert und unter diesen zwei Preisträger ausgewählt werden: „Der erste Preis wird von unserer Jury, die sich aus taz-RedakteurInnen und Prominenten zusammensetzt, der zweite von unseren Leserinnen und Lesern vergeben.“

In einer Mitteilung vom Military Counseling Network (das zum DMFK gehört) heisst es „Wir […] freuen uns gemeinsam mit André Shepherd über die Nominierung. Wir rufen Sie und euch alle auf, an der Abstimmung bei der taz teilzunehmen und für André Shepherd zu stimmen, damit er am 18. September 2010 den Panterpreis erhält.“

Am 26. November 2008 beantragte André Shepherd in Deutschland Asyl. Sein Einsatz als US-Soldat im Irak brachte ihn zu der Konsequenz, dass er sich nicht weiter an einem völkerrechtswidrigen Krieg und an völkerrechtswidrigen Handlungen beteiligen kann. Da er keine Möglichkeit sah, als Kriegsdienstverweigerer anerkannt zu werden, desertierte er und steht nun im Asylverfahren. Er verweist in seinem Antrag auf die Qualifikationsrichtlinie der Europäischen Union, die seit Oktober 2006 in Kraft ist. Mit ihr sollen die geschützt werden, die sich einem völkerrechtswidrigen Krieg oder völkerrechtswidrigen Handlungen entziehen und mit Verfolgung rechnen müssen. Noch immer steht eine Entscheidung des Bundesamtes für Migration über seinen Antrag aus.

„Es ist eine Ehre für mich, für so einen renommierten Preis nominiert zu werden”, sagte heute André Shepherd. „Es bedeutet sehr viel, nicht nur für mich, sondern weil es auch ein Licht darauf wirft, dass diese Eroberungskriege jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in der Welt belasten.“

„Shepherds Begründung, der Irakkrieg sei völkerrechtswidrig,“ so die taz, „muss das Bundesamt beantworten – eine extrem, auch außenpolitisch wichtige Frage. Viele Soldaten könnte Shepherd motivieren, sich dem Krieg zu verweigern.

Abstimmung über https://www.taz.de/zeitung/tazinfo/panterpreis/Wahl/