MCC USA: Zuwanderer und Flüchtlinge als Nachbarn und Nächste willkommen heißen

MCC – Das MCC USA (Mennonitisches Zentralkomitee/Mennonite Central Committee USA) beklagt die von US-Präsident Trump in Kraft gesetzten Dekrete zum Grenzschutz und die noch erwarteten Dekrete zur Aufnahme von Flüchtlingen. Bei diesen Maßnahmen werden Zuwanderer und Flüchtlinge als Verbrecher und Bedrohung dargestellt, statt in ihnen Gottes geliebte Kinder zu sehen.

In unserer Gesellschaft ist die Ablehnung des Zuwanderers – des „Anderen“ – noch immer weit verbreitet, sei es aus Angst, Unwissenheit, Rassismus oder Eigennutz. Wenn wir Mauern errichten und Flüchtlinge abweisen, dann verschließen wir uns der Aufforderung Jesu, für die Bedürftigen zu sorgen und den Fremden unter uns wie uns selbst zu lieben.

Grenzmauern zu errichten zielt auf die Symptome und nicht die Ursachen von Migration ab. Solange Armut, fehlende Perspektiven und kriegerische Auseinandersetzungen die Menschen dazu treiben, in die USA zu kommen – und solange Chancen, Sicherheit und bereits anwesende Familienmitglieder einen Anreiz für die Zuwanderung bieten –, wird es auch Migration geben. Wenn die legalen Wege versperrt sind oder starken Einschränkungen unterliegen, wie das in den USA der Fall ist, werden die Menschen sich andere Wege suchen. Davon kann keine Mauer sie abhalten.

Die verstärkten Sicherheitsmaßnahmen, die in den Präsidialdekreten gefordert werden – darunter eine Erhöhung der Anzahl kommerziell betriebener Gefängnisse, die Wiedereinführung des umstrittenen Abschiebungsprogramms „Secure Communities“ und die Einstellung von tausenden zusätzlichen Beamten im Grenzschutz- und Einwanderungsbereich –, werden zu verstärkten Polizeikontrollen nach ethnischen Merkmalen, mehr auseinandergerissenen Familien und unnötigem Leid führen.

Bedrückt nicht Witwen und Waisen, Fremdlinge und Arme, und sinnt nicht auf Arges widereinander in eurem Herzen!
(Sacharja 7,10)

Die Dekrete, mit denen sogenannte „Sanctuary Cities“ (Städte, die Zuwanderer ohne Papiere dulden) bestraft werden sollen, werden unsere Städte nicht sicherer machen. Im Gegenteil, viele Städte haben die Duldungspolitik gerade deshalb eingeführt, weil den Polizeikräften klar ist, dass eine Vermischung von örtlichen Polizeiaufgaben und Abschiebemaßnahmen die Sicherheit in der Stadt verringert, weil Zuwanderer es dann nicht wagen, Verbrechen bei der Polizei zu melden.

Die von Präsident Trump vorgesehenen Maßnahmen gegen Flüchtlinge würden die Einreise von Personen aus bestimmten Ländern einschränken und das Programm der US-Bundesregierung zur Ansiedlung von Flüchtlingen praktisch einfrieren. Als täuferische Christen sind wir schon lange der Überzeugung, dass der Staat die Religionsfreiheit aller Menschen schützen muss, nicht nur die der Christen. Wir wenden uns nachdrücklich gegen jede Diskriminierung von Flüchtlingen, auch gegen Diskriminierung aufgrund von Religion oder Nationalität. Unsere Nation muss die Tür für alle Menschen offenhalten, die in Not sind und verfolgt werden.

Das MCC wird auch weiterhin dringend benötigte Hilfen für Zuwanderer wie beispielsweise Unterstützung bei der Beschaffung von Papieren, Hilfe für asylsuchende Familien und Aufklärung von Betroffenen über ihre Rechte anbieten. Wir werden uns nach wie vor für eine gerechte und barmherzige Zuwanderungspolitik einsetzen, die im Einklang mit unseren Werten und den Weisungen Gottes steht.

Wir möchten euch ermutigen, neue Möglichkeiten zu finden, Zuwanderer und Flüchtlinge in eurem Umfeld willkommen zu heißen, und eure Stimme zu diesen wichtigen Themen zu erheben, indem ihr an das Weiße Haus und an eure Kongressabgeordneten schreibt. Wir danken euch, dass ihr mit uns dem Ruf Christi folgt, Menschen willkommen zu heißen.

Ron Byler, Exekutivdirektor von MCC USA (Foto: MCC)
Übersetzung: cof

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