Aus Organisation wird Netzwerk der Hilfswerke

BONN – Auf ihrer Mitgliederversammlung am 04./05. November 2016 hat die Internationale Mennonitische Organisation (IMO) beschlossen, sich in ihrer bisherigen Struktur als eingetragener Verein zum Jahresende 2017 aufzulösen. Stattdessen soll ein europäisches mennonitisches Netzwerk ohne formale Rechtsstruktur etabliert werden, zu dem auch die Hilfswerke eingeladen sind, die bislang im Rahmen der IMO nicht mitgearbeitet haben.

In den fast 50 Jahren kontinuierlicher und guter Zusammenarbeit hat es immer wieder durch äußere wie auch innere Anlässe Veränderungen gegeben. Die IMO selbst hatte oft eine Zusatzfunktion auf der deutschen Rechtsebene, da zu Beginn die Hilfswerksarbeit eines Teils der deutschen Mennonitengemeinden direkt über die IMO geschah. Die nationalen Gemeindehilfswerke – MH in Deutschland, DWW in den Niederlanden, SMM in der Schweiz und CdS in Frankreich – haben inzwischen alle eigene sowohl rechtlich anerkannte als auch in ihren Gemeinden verankerte Strukturen. Dies macht einen extra Verein nach deutschem Recht auf der europäischen Ebene mit all seinen bürokratischen Anforderungen (Registergericht, Finanzamt etc.) und dem damit verbunden Aufwand überflüssig.

Zudem hat es auch Veränderungen in der Hilfswerksarbeit gegeben. Die gemeinsamen Projekte in Südamerika, die Kernaufgabe der IMO, haben „Laufen gelernt“, sind selbständig geworden, haben auch dank der neuen Medien weltweite Kontakte. Die Schwerpunkte in Afrika sind von je her Aufgabe der nationalen Hilfswerke gewesen.
So haben die Vertreter der Trägerwerke in der IMO beschlossen, den eingetragenen Verein IMO e.V. zum Ende des Kalenderjahres 2017 aufzulösen, um ohne den bürokratischen Rahmen ihre gemeinsame Arbeit fortzusetzen und auf diese Weise auch offener zu sein für andere Hilfswerke, die Interesse an einer europäischen Zusammenarbeit haben, ohne gleich Mitglied werden zu müssen. Die bisherigen Mitglieder der IMO, allen voran das Mennonitische Hilfswerk, fühlen sich verantwortlich, diese Struktur umzusetzen und dafür zu sorgen, dass die IMO-Projekte ohne Unterbrechung weiter unterstützt werden.

Dies gilt insbesondere für das Patenschaftsprogramm, das in der bisherigen Form ohne grundlegende Veränderung (z.T. von denselben Personen) ab 2018 in der Rechtsstruktur des Mennonitischen Hilfswerks weitergeführt wird. In den Niederlanden und der Schweiz waren schon immer DWW und SMM die Ansprechpartner. In Deutschland wird es ab 2018 das Mennonitische Hilfswerk sein, das genau wie die IMO Spendenbescheinigungen ausstellen kann.