Menno-Simons-Predigtpreis 2011 geht an Lukas Amstutz

lukas-amstutzHAMBURG – Bereits zum dritten Mal verleiht die Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen der Universität Hamburg den Menno-Simons-Predigtpreis. Dieses Jahr geht der Preis an den Schweizer Theologen Lukas Amstutz aus Wisen, der die Jury mit einer Predigt über einen alttestamentlichen Text aus dem 2. Buch der Könige überzeugte. Die prämierte Predigt wird am Sonntag, den 11. September 2011, im Gottesdienst der Mennonitenkirche Hamburg‐Altona um 10.00 Uhr zu hören sein. Im Anschluss findet die öffentliche Preisverleihung statt.

Im Predigttext sucht der Feldherr Naaman beim Propheten Elischa Heilung von seinem Aussatz. Lukas Amstutz zeigt, dass eine Sklavin und ein Diener die eigentlichen Hauptrollen spielen, weil ihr engagiertes Eingreifen die Heilung erst ermöglicht. Die Macht der scheinbar Ohnmächtigen wie die Ohnmächtigkeit der scheinbar Mächtigen werden durch die Nacherzählung der biblischen Geschichte zum nachvollziehbaren Ereignis und die Predigthörer werden zur Reflexion über ihre eigene „Rolle“ angeregt.

Lukas Amstutz (1973) arbeitete zunächst als Kaufmännischer Angestellter, war aber früh in der Evangelischen Mennonitengemeinde Schänzli in Muttenz (Schweiz) aktiv, u.a. als Organist. Seinen vollzeitigen kirchlichen Dienst begann er als Jugendsekretär bei der Konferenz der Mennoniten in der Schweiz (KMS), an den sich ein Bachelor‐Studium am Theologischen Seminar Bienenberg in Liestal (Schweiz) anschloss. Amstutz wurde zum Pastor in die Mennonitengemeinde Zweibrücken in Deutschland berufen. Während dieser Zeit absolvierte er berufsbegleitend ein Masterstudium (Master of Arts in Pastoral Ministries), das er mit einer Studie zum Thema „Gott als Gastgeber im Alten Testament“ abschloss. 2005 kehrte Amstutz als Dozent an das Theologische Seminar Bienenberg zurück und ist seit 2007 Mitglied der Seminarleitung. Amstutz ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Mit dem Menno‐Simons‐Predigtpreis sollen Predigten angeregt und gewürdigt werden, die das biblische Zeugnis im Licht der täuferisch‐mennonitischen Tradition zur Sprache bringen. Im Horizont gelebter Ökumene sollen sie friedenskirchliche Orientierungen fördern sowie durch Glaubwürdigkeit überzeugen, um spirituelle Stärkung bieten zu können. Ferner sollen die Predigten zur inhaltlichen Auseinandersetzung mit anderen Konfessionen sowie dem öffentlichen Leben anregen.

Der Preis wurde von Dr. h.c. Annelie Kümpers‐Greve (Mennonitengemeinde Hamburg) gestiftet und ist mit Euro 2.000 dotiert. Zur Hälfte geht der Betrag an den Preisträger, zur anderen Hälfte an seine Kirchengemeinde, um wissenschaftlich reflektierte Bibelarbeiten im Wirkfeld der Predigenden zu fördern. Die Jury umfasst mennonitische Theologen und Historiker, Vorsitzender ist der Leiter der Arbeitsstelle Prof. Dr. Fernando Enns, als externer Gutachter fungiert Prof. Dr. Hans‐Martin Gutmann (Praktische Theologie, Universität Hamburg).