Friedensmission nach Israel und Palästina

James Jakob Fehr

BAMMENTAL – Jakob Fehr, Friedensarbeiter beim Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee, wird am 6. Januar mit einer Gruppe von 13 Friedensstiftern in den Nahen Osten reisen. Die Delegation trifft sich mit israelischen und palästinensischen Friedens- und Menschenrechtsaktivisten, um deren Sicht der aktuellen politischen und sozialen Situation zu erfahren. Die Delegierten werden auch das alltägliche Leben der unter der Besatzung lebenden Palästinenser im Westjordanland dokumentieren. Geplant sind Besuche bei palästinensischen Familien, deren Land, Haus und berufliche Existenz durch die Erweiterung illegaler israelischer Siedlungen und den Bau der sogenannten Sicherheitsmauer gefährdet sind.

„Das Fernsehen“, sagt Jakob Fehr, „gewährt uns Einblicke in erschreckende Gewaltausbrüche in Israel und Palästina. Wenn ich an den Nahen Osten denke, sind die schlimmen Ereignisse auf beiden Seiten das Erste, das mir in den Sinn kommt. Wenn die Medien über mögliche Lösungen für diese Probleme nachdenken, richten sie ihr Augenmerk meist auf Abschreckung und Gegengewalt. Somit bleibt die Spirale der Gewalt ununterbrochen.

Doch findet man den Weg zum Frieden anders; er wird durch kleine Taten beschritten und an kleinen Schritten sichtbar. Friedensarbeit beginnt mit vertrauensbildenden Maßnahmen, die ihren Weg meist nicht in die Nachrichten finden. Daher ist es wichtig, dass Menschen, die sich um eine friedliche Lösung des Konflikts bemühen, sich um die Lebensbedingungen der Menschen in Jerusalem, Bethlehem und Hebron sorgen.“

Die Reise wird durch die Christian Peacemaker Teams (Christliche Friedensstifter Teams, CPT) organisiert, eine christliche Initiative, die von Mennoniten, Brethren in Christ, Quäkern und weiteren Friedensgruppen unterstützt wird. Das Motto von CPT lautet „Getting in the Way“ – „Sich in den Weg stellen“. Gemeint ist, dass die bloße Gegenwart von Menschen, die der Gewalt absagen, Gutes bewirken kann. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von CPT beobachten mögliche Menschenrechts­verletzungen und begleiten gefährdete Menschen – so leben und arbeiten sie für Frieden und Gerechtigkeit. Seit 1993 sendet CPT gewaltmindernde Teams in Konfliktgebiete im Nahen Osten, Haiti, Lateinamerika, Europa und Nordamerika. Im Westjordanland unterhält CPT seit Juni 1995 eine ständige Präsenz.

Jakob Fehr steht nach seiner CPT-Tour für Gespräche und Vorträge zur Verfügung. Weitere Infos über unsere Delegation werden im englischsprachigen Blog aktualisiert, siehe:

http://hebrondelegation.blogspot.com/